Zertifikat hat hohe Aussagekraft

Vechta – Zwei Jahre durchlaufen Berufsanfänger mit Beeinträchtigungen im Andreaswerk den Berufsbildungsbereich, in dessen Rahmen sie auf das Arbeitsleben vorbereitet und für ihre künftigen Aufgaben qualifiziert werden. Die Möglichkeit, einen Nachweis über die erlernten Fähigkeiten zu erwerben, gab es jedoch bis vor wenigen Jahren nicht. „Wir wollten erreichen, dass die Teilnehmer nach dieser Zeit auch etwas in den Händen halten“, so Markus Ideler, Fachbereichsleiter Werkstatt im Andreaswerk. Die Lösung: Eine Akkreditierung der Bereiche Hauswirtschaft und Gartenbau durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), die vor knapp vier Jahren den Weg für überregional anerkannte Erfolgskontrollen zur Hilfskraft frei machte. Nach den ersten Kontrollen dieser Art im Herbst 2019 konnten nun sieben erfolgreiche Teilnehmer ihre Zertifikate aus den Händen von LWK-Mitarbeiterin Simone Heckmann und Markus Ideler entgegennehmen.

Der Antrag des Andreaswerkes und sieben weiterer Werkstattträger auf Akkreditierung sei seinerzeit etwas ganz Neues gewesen, erinnerte sich Simone Heckmann, Beraterin für Berufsbildung und Inklusion, an die Anfänge. Entsprechend umfassend war die Vorarbeit: Über ein Jahr hatte die Entwicklung des Konzeptes durch Mitarbeiter der LWK und der Werkstätten in Anspruch genommen. Ein Prozess, den Simone Heckmann im Rahmen der jetzigen Feierstunde in Vechta als spannend, aber nicht ohne Herausforderungen beschrieb. „Wir durften ja nicht nur regional schauen“, betonte sie in diesem Zusammenhang. Erst durch niedersachsenweit einheitliche Erfolgskontrollen sei garantiert, dass das Zertifikat auch eine hohe Aussagekraft habe. „Ihr Zertifikat“, machte Simone Heckmann gegenüber den frisch gebackenen Hilfskräften deutlich, „ist nicht einfach nur ein Zettel, hinter dem kein Inhalt steht. Sie können es mit Stolz in Empfang nehmen.“

Auch Markus Ideler unterstrich in seinen Worten die Bedeutung des Zertifikats – insbesondere in Hinblick auf den ersten Arbeitsmarkt. Für einen potentiellen Arbeitgeber könne ein solcher Nachweis der erworbenen Fertigkeiten und vorhandenen Stärken eine wichtige Entscheidungshilfe sein, erklärte der Fachbereichsleiter. Zugleich ermunterte er die Zertifikatsträger dazu, am Ball zu bleiben: „Machen Sie weiter in Ihrer beruflichen Entwicklung. Wir sind da, um Sie dabei zu unterstützen.“ Simone Heckmann als Vertreterin der LWK dankte er für ihre Teilnahme an der Zertifikatsübergabe. Es zeige, sagte Ideler, dass die LWK das Engagement der Werkstatt für die berufliche Bildung von Menschen mit Beeinträchtigungen wertschätze.

Die neuen Hilfskräfte in der Hauswirtschaft und Hilfskräfte im Gartenbau sind: Julien Henke, Alexander Kaiser, Ann-Kathrin Neugebauer, Heike Stöver, Maximilian Schlüter, Heidi Ratermann sowie Jonas Brinkschröder, der über das Budget für Arbeit bereits auf dem ersten Arbeitsmarkt unterwegs ist.  Schon im vergangenen Jahr hatte der erste erfolgreich geprüfte Handwerksgehilfe im Bereich Metall sein Zertifikat erhalten. Die Akkreditierung dieses Bereiches sowie des Bereiches Holz erfolgte durch die Handwerkskammer Oldenburg.


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Sieben erfolgreiche Teilnehmer konnten jetzt ihre Zertifikate aus den Händen von Simone Heckmann (hinten, 2. von links) von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entgegennehmen.
Foto: Melanie Thiel de Gafenco