Teilhabe vor Ort stärken

Vechta - Es ging um Themen wie Barrierefreiheit, Mobilität oder Arbeitsplätze. Und darum, Inklusion richtig zu machen. Gut anderthalb Stunden diskutierten die Bürgermeisterkandidaten der Stadt Vechta auf Einladung des Andreaswerkes darüber, wie sie die gesellschaftliche, politische und berufliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen vor Ort stärken wollen. Klar wurde während der Veranstaltung, moderiert von Matthias Warnking, Geschäftsführer Andreaswerk, sowie Siegfried Böckmann, Fachbereichsleiter Frühförderung und Kindergarten: Auf den neuen Bürgermeister warten in Sachen Inklusion noch einige Herausforderungen.

Die knapp 100 Zuhörer in der Cafeteria des Andreaswerkes erlebten im Verlauf des Abends ein gut vorbereitetes Kandidatentrio, das sich offen den Fragen der Moderatoren und des Publikums stellte. Einen Schwerpunkt bildete dabei das für viele Menschen mit Beeinträchtigungen wichtige Thema Mobilität. „Es wird viel über Selbstbestimmung und Teilhabe geredet. Wenn man das ernst nimmt, muss es auch möglich sein, sonntags mit dem Stadtbus zu fahren“, machte Heribert Mählmann deutlich. Für eine entsprechende Erweiterung des Fahrplans werde er sich einsetzen. In Hinblick auf das Thema Mobilität sprach sich Claus Dalinghaus zudem für eine Sanierung der Radwege sowie eine inklusiv gedachte Beschilderung aus. „Damit sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gleichermaßen schnell und gut orientieren können“, so Dalinghaus.

Dass Barrierefreiheit nicht nur bauliche Maßnahmen betrifft, hob Kristian Kater unter anderem am Beispiel schwer verständlicher, behördlicher Formulare hervor. „Wir müssen mehr auf leichte Sprache setzen“, betonte er nicht zuletzt mit Blick auf die Stadtverwaltung. Wie bei der Barrierefreiheit und der Mobilität waren sich die drei auch beim Thema Arbeitsplätze in weiten Teilen einig: Die Stadt, so die Kandidaten, sollte bei der Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen Vorreiter sein.

Hier und da genauer nachhaken, konnten die Zuhörer im Rahmen der abschließenden Tischgespräche – bei Bedarf mit Unterstützung. „Viele Fragen zu zentralen Themen wurden zwar schon vorher beantwortet“, sagte Michael Rimpler, Vorsitzender des Werkstattrates im Andreaswerk. Dennoch seien die Gespräche in kleinen Gruppen eine gute Gelegenheit gewesen, direkt mit den Kandidaten über Themen zu diskutieren, die einem am Herzen liegen.

Knapp zwei Wochen haben die wahlberechtigten Vechtaer Bürger mit und ohne Beeinträchtigungen nun noch Zeit, sich auf ihren persönlichen Favoriten festzulegen. Die Wahl findet am 20. Oktober (Sonntag) statt.


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Die Moderatoren Matthias Warnking (re., Geschäftsführer Andreaswerk) und Siegfried Böckmann (li., Fachbereichsleiter Frühförderung und Kindergarten) begrüßten die Bürgermeisterkandidaten (v.li.) Kristian Kater, Claus Dalinghaus und Heribert Mählmann in der Cafeteria des Andreaswerkes.

Foto: Thiel/Andreaswerk