Wenn Gemeinschaftsgefühl auf Motoren trifft

Die inklusive Oldtimer- und Motorradtour des Andreaswerkes bringt seit fast 20 Jahren Menschen zusammen. Beteiligte vor und hinter den Kulissen erzählen, was die Veranstaltung für sie so besonders macht.

Während in der Cafeteria der Werkstatt Brägeler Ring noch alles für das gemeinsame Frühstück vorbereitet wird, treffen draußen bereits die ersten Teilnehmenden aus dem Andreaswerk ein. Auch Angelika Drescher und Rena Meyer sind früh vor Ort – und gespannt auf die Route der diesjährigen inklusiven Oldtimer- und Motorradtour des Geschäftsbereiches Wohnen und Assistenz. „Wir lassen uns überraschen“, erzählen die beiden, die nach eigenen Angaben bereits seit den ersten Touren vor rund 20 Jahren dabei sind. Warum sie der Veranstaltung all die Jahre treu geblieben sind? „Weil es einfach Spaß macht“, sind sie sich einig. Und weil sie sich richtig gut mit ihren langjährigen Fahrern verstehen.

So wie mit Peter Utikal, der Angelika inzwischen seit gut zehn Jahren auf seinem Motorrad mitnimmt. Er fahre natürlich auch ihretwegen immer wieder mit, verrät das Mitglied der Motorradfahrergemeinschaft „Nordtourer“ nach seiner Ankunft mit einem Augenzwinkern. Das Wiedersehen mit Angelika und den übrigen „Nordtourern“ ist ihm wichtig. Mindestens genauso schätzt er das „Drumherum“, wie er sagt. Einschließlich der Verpflegung.

Vorbereitet werden das Frühstück vor der Fahrt sowie das gemeinsame Abschlussgrillen von Ehrenamtlichen wie Juliane Kurre. „Das ist auch für uns eine Bereicherung“, erklärt sie. „Wir bekommen viel zurück.“ Wie groß die Begeisterung für die Veranstaltung unter den Menschen mit Beeinträchtigungen ist, erlebt sie nicht nur an diesem Tag. Von einigen werde sie schon ein Jahr im Voraus auf die nächste Tour angesprochen, berichtet die freiwillige Helferin der ersten Stunde schmunzelnd.

Neben Juliane Kurre und weiteren langjährigen Unterstützerinnen und Unterstützern packen mit Thomas Seeger und Walter Thie in diesem Jahr auch zwei neue Gesichter mit an. Wobei: Bekannt sind ihre Gesichter hier eigentlich längst. Walter Thie rief 1983 das beliebte „Kleinen Schützenfestes“ ins Leben, das noch heute jährlich im September im Andreaswerk gefeiert wird. Thomas Seeger wiederum war selbst über 30 Jahre in einer Werkstatt des Vereins tätig, seine Frau engagiert sich ebenfalls für die Tour. „Toll, dass man hier so viele kennt“, sagt der ehemalige Mitarbeiter über die Veranstaltung.

Jessica Niehues kann das gut nachvollziehen. Auch die Geschäftsbereichsleiterin Wohnen und Assistenz freut sich darüber, an diesem Morgen mehreren bekannten Personen zu begegnen. Und darüber, wie viele sich hier einmal mehr vor und hinter den Kulissen einsetzen.  „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Menschen – teils den gesamten Tag über – so engagieren“, betont sie.

Zu diesen Menschen gehört seit mehr als zehn Jahren auch Gerd Padeken. Das Mitglied der „Nordtourer“, das wie gewohnt die Route plant, sieht sich bei der diesjährigen Tour allerdings mit einer ungewohnten Herausforderung konfrontiert: einer Autobahnsperrung. Wegen des zusätzlichen Verkehrs auf den Umleitungsstrecken geht es für den Organisator kurzfristig zurück ans Reißbrett. Mit Erfolg. „Es ist alles super gelaufen“, zieht er nach der Rückkehr zum Brägeler Ring ein positives Fazit. Insbesondere der fest eingeplante Zwischenstopp auf dem Bussjans Hof in Dinklage und die dortige Veranstaltung des Elternkreises next generation seien bei allen gut angekommen. „Wir wurden sehr herzlich empfangen und zu Kaffee und Kuchen eingeladen“, so Gerd Padeken.

Für ihn und die übrigen Teilnehmenden bleibt nach 130 erlebnisreichen Kilometern damit nur noch eine Frage: erst die Bratwurst oder doch lieber das Steak?

 

Weitere Informationen für Interessierte:

Im kommenden Jahr feiert die Oldtimer- und Motorradtour Jubiläum. Wer Interesse hat, mit seinem Motorrad, Trike oder Oldtimer an der 20. Ausgabe der Veranstaltung teilzunehmen, kann sich an Julia Krimpenfort aus dem Referat Bürgerschaftliches Engagement des Andreaswerkes wenden. Die Ansprechpartnerin ist erreichbar unter der Telefonnummer 04441 960-151 oder per E-Mail unter julia.krimpenfort@andreaswerk.de.

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