Sozialminister Dr. Andreas Philippi besucht Gedenkstätte
Der Schirmherr kam vor Ort mit der Projektgruppe und weiteren Beteiligten ins Gespräch. Dabei ging es um Erinnerungsarbeit, Teilhabe und den Blick auf die Gegenwart.
An der Gedenkstätte des Andreaswerkes treffen die Erinnerung an die NS-Krankenmorde und die Frage nach Menschenwürde damals wie heute aufeinander. Über diese Verbindung und die Erinnerungsarbeit vor Ort sprach die inklusive Projektgruppe nun mit Niedersachsens Sozialminister Dr. Andreas Philippi. Der Schirmherr der 2024 eröffneten Gedenkstätte für die Menschenwürde nahm sich bei seinem Besuch in Vechta Zeit für einen Rundgang über das Gelände und den Austausch mit Beteiligten, Mitgliedern des Werkstattrats sowie Gästen aus Politik und Verwaltung.
„Wir leben in herausfordernden Zeiten“, sagte Dr. Philippi. Es dürfe nicht sein, dass Menschen heute wieder historisch belastete Begriffe wie „Euthanasie“ verwenden . Der Erinnerungsarbeit komme dabei eine besondere Bedeutung zu. „Diese Gedenkstätte ist in mehrfacher Hinsicht bedeutsam, sie erinnert an die Opfer, ihre Namen und Geschichten, aber sie ist auch in der Gegenwart von Bedeutung. Dieser Ort regt zum Nachdenken an und fordert dazu auf, aktiv gegen Hass und Hetze vorzugehen“, erklärte Dr. Philippi. Seinen Blick auf die Gegenwart verband der Minister mit einem klaren Plädoyer für Inklusion und Vielfalt: Je inklusiver eine Gesellschaft werde, desto stärker sei sie.
Dieser Gedanke findet sich auch in der Entstehung der Gedenkstätte wieder, an der neben der inklusiv besetzten Projektgruppe noch weitere Menschen mit Beeinträchtigungen beteiligt waren. „Wir haben Mitspracherecht gehabt“, berichtete mit Elke Apetz eine von ihnen über ihre Mitarbeit an dem für sie „sehr schönen Projekt“. In seiner kurzen Ansprache dankte Landrat Tobias Gerdesmeyer „allen, die sich hier auf den Weg gemacht haben“ für ihr Engagement. Gemeinsam mit Dr. Gerhard Tepe, Direktor des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg und Aufsichtsratsmitglied des Andreaswerkes, hob er hervor, wie wichtig das Erinnern ist. „Durch die Erinnerung bleiben wir sensibel“, brachte es Dr. Tepe auf den Punkt.
Gelegenheit zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema bietet sich am 31. August. Dann hält Dr. habil. Ingo Harms, Historiker und Mitglied der Projektgruppe, einen Vortrag mit dem Titel „Bischof von Galens Widerstand gegen die Euthanasie-Verbrechen – eine kritische Würdigung“. Die Veranstaltung in der Scheune bei der Gedenkstätte für die Menschenwürde, Landwehrstraße 14, beginnt um 18:00 Uhr.