Erfolgreicher Neustart für die inklusive Motorradtour

Vechta - Eigentlich hätte die 15. Motorradtour des Wohnbereichs im Andreaswerk bereits im Spätsommer 2020 stattfinden sollen. Doch die Corona-Krise bremste die Teilnehmenden mit und ohne Beeinträchtigungen aus – und die fertigen Pläne landeten fürs Erste in der Schublade von Gerd Padeken. „Wir haben die Tour in den letzten zwei Jahren vermisst“, sagt das Mitglied der Motorradfahrergemeinschaft „Nordtourer“, das seit über zehn Jahren die Routen für die inklusive Fahrt vorbereitet. Entsprechend groß war seine und die Freude der übrigen Biker, als klar wurde, dass dem Neustart Anfang September 2022 nichts im Wege stehen würde.

Rund 150 Kilometer und ein Besuch der Wäscherei des Andreaswerks am Standort Vechta gehörten dieses Mal zum Programm. Gut sechs Stunden waren die Fahrer - unter anderem von den „Nordtourern“ sowie den „Trike, Quad und ATV Freunden Landkreis Diepholz“ - und ihre Mitfahrerinnen und -fahrer mit Beeinträchtigungen unterwegs. Vor der Abfahrt wurde an der Erich Kästner-Schule zusammen gefrühstückt, im Anschluss gegrillt.

An dem Ablauf hat sich damit auch nach der Corona-Pause wenig geändert. „Die meisten Beteiligten haben erwartet und sich gewünscht, dass die Veranstaltung wie in den Jahren vor der Pandemie durchgeführt wird“, erklärt Anneke Harland, die selbst zum ersten Mal als Organisatorin mit von der Partie war. „Immerhin“, so die Mitarbeiterin des Referats Bürgerschaftliches Engagement im Andreaswerk weiter, „hat die Motorradtour Tradition.“

Das empfindet auch Juliane Kurre so. Die Ehrenamtliche packt schon seit der ersten Tour vormittags und nachmittags mit an, damit die Teilnehmenden sich wohlfühlen und die Strecke beziehungsweise die Heimreise frisch gestärkt antreten können.  Als sie beim Vechtaer Tag der Vereine im Mai 2022 gefragt wurde, ob sie im September dabei sein wolle, musste die Helferin der ersten Stunde daher nicht lange überlegen. „Für mich stand sofort fest, dass ich da wieder voll mitmache“, erzählt sie. Das Miteinander, die Leute wiederzusehen und etwas für sie zu tun – das habe ihr in den vergangenen beiden Jahren gefehlt.

„Die, die hier helfen, freuen sich. Aber natürlich genauso die Bewohnerinnen und Bewohner. Das merkt man ganz deutlich“, beschreibt Juliane Kurre die Stimmung unter den Ehrenamtlichen und Menschen mit Beeinträchtigungen. Ein Eindruck, den Ronny Schwarz nur bestätigen kann. Das Mitglied des Werkstattrates nimmt als Mitfahrer ebenfalls regelmäßig und seit einigen Jahren an der Motorradtour teil. Er finde gut, dass es nun wieder losgehe, betont er. Und bringt auf den Punkt, was hier nach den vergangenen zwei Corona-Jahren viele denken: „Endlich wieder gemeinsam Spaß haben!“

Interessierte Bikerinnen und Biker, die sich der Truppe bei der 16. Motorradtour anschließen möchten, können sich an das Referat Bürgerschaftliches Engagement im Andreaswerk wenden. Erreichbar sind die dortigen Mitarbeitenden unter der Telefonnummer 04441 960-151.

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Endlich wieder gemeinsam auf die Straße: Die Teilnehmenden mit und ohne Beeinträchtigungen freuten sich gleichermaßen.