Aktuelle Info:

Sehr geehrte Beschäftigte,
sehr geehrte Angehörige und Betreuer,

die Werkstätten, Kindergärten und Schulen des Andreaswerkes sind weiterhin geschlossen.

Wir alle wollen wissen: Wie geht es weiter?

Informationen aus dem Fachbereich Werkstatt (22.06.2020)
Heute ist die 5. Stufe der Niedersächsischen Verordnung in Kraft getreten. Es dürfen nun maximal 75 % der Arbeitsplätze gleichzeitig belegt sein.
Daher wird das wöchentliche Wechselmodell in einigen Abteilungen fortgeführt.
Für Menschen, die in einer besonderen Wohnform leben, gab es durch die aktualisierte Corona-Verordnung keine Veränderungen.
Die Verordnung ist bis zum 5. Juli gültig.

Fachbereich Schule
Unterrichtsmaterial für die Schüler der Erich Kästner-Schule haben wir hier für euch bereitgestellt.

Fachbereich Kindergarten

Hier gibt es aktuelle Informationen und Arbeitsmaterialien!!

Die Wäschereien des Andreaswerk an den Standorten Vechta und Steinfeld haben geöffnet.
Die Ab- und Rückgabe der Wäsche ist während der  Öffnungszeiten unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich.


Fachbereich Wohnen: Aktuelle Informationen zum Besuchs- und Betretungsverbot

Das Besuchs- und Betretungsverbot für die gemeinschaftlichen Wohnformen bleibt bis auf Weiteres bestehen. Weitere Informationen finden Sie hier.






Neue Wege für das Miteinander

Landkreis  -  „Ihr fehlt uns“ steht derzeit in großen Buchstaben am Zaun der Erich Kästner-Schule Vechta. Worte, mit denen die dortigen Lehrkräfte auch den hauptamtlichen Mitarbeitern der übrigen Fachbereiche des Andreaswerkes in diesen Tagen aus der Seele sprechen. Leere Klassenräume in den Schulen, verwaiste Arbeitsplätze in den Werkstätten, ungenutztes Spielzeug in den Kindergärten und in der Frühförderung: Es ist still geworden im Andreaswerk, seit die meisten Einrichtungen des Vereins vor rund acht Wochen ihre Türen wegen der Corona-Pandemie schließen mussten. Mit vielen kreativen Ideen stellen die Mitarbeiter seither eine alternative Betreuung für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigungen auf die Beine und suchen und finden neue Wege für ein Miteinander trotz Kontaktbeschränkungen.

Rita Espelage, Fachbereichsleiterin Schule, ist froh, dass zumindest für die Abschlussstufen der Erich Kästner-Schule sowie eine Notgruppe der Unterricht vor Ort nun weitergeht. Einen Fahrplan, wie für die allgemein- und berufsbildenden Schulen, habe es für die Tagesbildungsstätten lange nicht gegeben, erzählt sie. Für die Mitarbeiter, vor allem aber für die Eltern sei das eine sehr schwierige Situation gewesen. Trotz dieser Ungewissheit liefen in der Schule bereits früh die Planungen für ein Wiederhochfahren des Schulbetriebs sowie Überlegungen, wie der Schulalltag künftig aussehen könnte. Denn: Die Hygiene- und Schutzanforderungen sind für Fördereinrichtungen wie die Erich Kästner-Schule besonders hoch und Mindestabstände hier nur schwer einzuhalten. 

Bis sie alle Schüler persönlich wiedersehen kann, freut sich Rita Espelage über die vielen kleinen Nachrichten, Bilder oder sogar Videos, die sie seit der Schließung von einigen von ihnen bekommt. Ihrerseits verschicken sie und ihre Mitarbeiter regelmäßig Grüße und Lernunterlagen an die Familien oder stellen, wie der Fachbereich Kindergarten, Material ins Internet. „Aber nicht alle unserer Schüler können zum Beispiel mit Arbeitsblättern etwas anfangen. Daher ist der Inhalt jedes Päckchens individuell auf den Empfänger zugeschnitten“, ergänzt die Fachbereichsleiterin.

Lernen zu Hause: Dieses Konzept geht in Corona-Zeiten auch im Fachbereich Werkstatt gut auf. Während die Werkstätten selbst weiter geschlossen sind, wird den rund 70 Teilnehmern, die derzeit den Berufsbildungsbereich (BBB) durchlaufen, wöchentlich eine Lernmappe zugeschickt. „Die Bildungseinheiten sorgen dafür, dass sie sich zu Hause mit ihren Ausbildungsinhalten auseinandersetzen können und in ihrer Arbeitsthematik auf dem aktuellen Stand bleiben“, erklärt Rainer Kalkhoff, Abteilungsleiter Werkstatt Brägeler Forst, der gemeinsam mit seinen  Kollegen Maike Helms und Klaus Knaak, Leiter des BBB, die Mappen zusammenstellt. Abgestimmt auf ihr Gewerk erhalten die Teilnehmer so vielfältige Lerninhalte, unter anderem auch zu Themen wie Verkehrssicherheit, Arbeitssicherheit oder Hygienestandards.

Rainer Kalkhoff ist erleichtert, dass die Leistung des Berufsbildungsbereiches auf diese Weise fortgeführt werden kann. Gleichzeitig vermisst er den persönlichen Kontakt zu den Beschäftigten. Den, so sagt er, könne das momentane Angebot trotz regelmäßiger Telefonate nicht ersetzen.

Die anhaltende Schließung der Werkstätten ist auch für den Fachbereich Wohnen und Assistenz mit besonderen Herausforderungen verbunden. Halten sich viele der Bewohner sonst während des Tages an ihrem Arbeitsplatz auf, muss für sie nun eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung in ihren Wohneinrichtungen organisiert werden. Erhöhte Hygienevorschriften, die seit Mitte März bestehenden Besuchs- und Betretungsverbote sowie die Bitte an die Bewohner, das Gelände nicht zu verlassen, haben den Alltag in den Wohngruppen- und heimen zusätzlich verändert.

Fachbereichsleiter Guido Moormann weiß, wie wichtig für viele Menschen mit Beeinträchtigungen ein gewohnter und strukturierter Tagesablauf ist und wie schwer gerade ihnen die mit dem Virus verbundenen Umstellungen fallen. Klar ist für ihn aber auch: „Dass bisher keine COVID-19-Erkrankung unter den Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Wohnstätten aufgetreten ist, zeigt uns, dass die Maßnahmen greifen und aufrechterhalten werden müssen.“  Erleichtern möchten er und seine Mitarbeiter die Situation für die Bewohner und ihre Angehörigen nicht zuletzt mit der Schaffung alternativer Kontaktmöglichkeiten.

Insbesondere der Videotelefonie kommt dabei eine zunehmende Bedeutung zu – nicht nur im Fachbereich Wohnen und Assistenz. In der Werkstatt oder der Verwaltung haben Videokonferenzen die üblichen Besprechungen weitestgehend ersetzt. Im Bereich der Frühförderung werden die neuen Medien ebenfalls genutzt und gerne von den Eltern in Anspruch genommen.

Derweil sind im Fachbereich Kindergarten persönliche Kontakte in Teilen wieder möglich. Hier ist die Erleichterung groß, dass die Kinder aus den heilpädagogischen Gruppen sowie Sprachheilgruppen nun nach und nach in die Einrichtungen zurückkehren können. Spezielle Maßnahmen, wie ein neues Hygienekonzept, wurden inzwischen in den Häusern umgesetzt, um die Kinder vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Die Mitarbeiter des Fachbereiches hoffen, dass auch die übrigen Gruppen, zum Beispiel in den Kindertagesstätten, bald wieder starten können. Bis dahin freuen sie sich über weitere bunt bemalte Steine für die Steinschlangen, die in den vergangenen Wochen vor fast jedem Haus entstanden sind.

Als „Zeichen des Zusammenhalts“ beschreibt Monika Hackmann, Abteilungsleiterin des Heilpädagogischen Kindergartens und der Kindertagestätte St. Jakobus Steinfeld, die vor ihrer Einrichtung gestartete Aktion. Hier, am Standort „Zur Schemder Bergmark“, hatte am Ostermontag eine Familie den ersten „Grundstein“ für eine Steinschlange gelegt, weitere Kinder und Eltern waren dem Beispiel bald gefolgt. „Wir sind alle sehr gespannt, wie lang die Schlangen wohl werden mögen“, schmunzelt Monika Hackmann. Und freut sich über die Botschaft, die die Kinder mit ihren kleinen Kunstwerken senden: Ihr fehlt uns auch!

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Rainer Kalkhoff und Kollegin Maike Helms achten auf einen 1,5 Meter großen Abstand, während sie die Lernmappen für die Teilnehmer des Berufsbildungsbereiches zusammenstellen.
Foto: Andreaswerk

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Familie Schepanski legte den „Grundstein“ für die Steinschlange vor dem Heilpädagogischen Kindergarten und der Kindertagestätte St. Jakobus Steinfeld.
Foto: Andreaswerk