Motorradtour des Andreaswerkes zum 14. Mal gestartet

Vechta -  Fahren die ersten Teilnehmer der  Motorradtour des Andreaswerkes auf den Hof der Erich Kästner-Schule Vechta, ist das ehrenamtliche Frühstücks-Team schon seit gut anderthalb Stunden im Einsatz. Brötchen vorbereiten, Kaffee kochen, Tische aufstellen und decken: „Es gibt einiges zu tun“, weiß Juliane Kurre. Zum 14. Mal packt sie bereits mit an – und damit seit der allerersten Motorradtour für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen.

An dem zeitlichen Ablauf habe sich seither nur wenig geändert, berichtet die freiwillige Helferin. Morgens wird gemeinsam vor und in der Tagesbildungsstätte gefrühstückt, nachmittags an gleicher Stelle gegrillt. Dazwischen liegt die durchschnittlich 140 Kilometer lange und jährlich neu von Gerd Padeken von den „Nordtourern“ geplante Strecke. Ziel der Motorradtour 2019: Die Werkstatt für behinderte Menschen des Andreaswerkes in Steinfeld.

Dass sie oft schon Wochen im Voraus auf den Termin angesprochen wird, ist Juliane Kurre längst gewohnt. „Jeder will wissen, wann es endlich wieder losgeht. Alle freuen sich auf die Tour“, sagt die Rentnerin, die früher selbst beim Andreaswerk tätig war. Ehrenamtlich aktiv sein, möchte sie hier auch weiterhin. „Ein Ehrenamt“, verdeutlicht sie, „ gibt einem ganz viel.“

Das sehen Marlies und Michael Hockemeyer ähnlich. Bereits seit der zweiten Tour im Grill-Team engagiert, ist Marlies Hockemeyer von der Freude und Begeisterung der Teilnehmer mit Beeinträchtigungen jedes Mal aufs Neue tief beeindruckt „Es ist toll zu sehen, wie die Augen der Bewohner aus dem Andreaswerk nach der Tour strahlen“, schwärmt die Ehrenamtliche.

Rund zwei Stunden vor der Rückkehr der Motorradfahrer und ihrer Begleiter beginnen sie und die übrigen Freiwilligen damit, Salate umzufüllen, den Grill aufzubauen und die ersten Steaks und Bratwürste auf den Rost zu legen. „Einmal war die Holzkohle feucht. Da haben auch ein Fön und Grillanzünder nicht mehr viel genutzt“, erinnert sich Marlies Hockemeyer an eine frühere Motorradtour. Inzwischen können sie und ihr Mann über die Geschichte lachen - und bringen Holzkohle und Grill einfach selbst mit. „Vorsichtshalber“, schmunzelt sie.

Geht die Motorradtour im kommenden Jahr in ihre 15. Runde, möchten Juliane Kurre und das Ehepaar Hockemeyer - wenn möglich - wieder dabei sein. So wie ein Großteil der Biker und ihrer Mitfahrer. „Viele unserer Bewohner nehmen schon seit Jahren teil und sind in dieser Zeit natürlich auch älter geworden“, betont in diesem Zusammenhang Guido Moormann, Fachbereichsleiter Wohnen und Assistenz. Um ihnen weiterhin die Mitfahrt zu ermöglichen, hoffen er und Gerd Padeken auf zusätzliche Fahrer mit einem Trike oder Beiwagen. Interessierte können sich bei Andreas Trottnow, Referent für Bürgerschaftliches Engagement, unter Telefon 04441 960-151 oder per E-Mail an melden.

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Weitere Triker, wie hier von den Quad & ATV Freunden LK Diepholz, werden noch gesucht.

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Treffpunkt für die Abfahrt und Ankunft ist seit Jahren die Erich Kästner-Schule Vechta.

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Zum Grill-Team gehörten 2019 (von links) Michael Hockemeyer, Hildegard Thomann, Mathilde Maraun, Marlies Hockemeyer, Hans Meyer, Renate Schumacher und Heinz Thomann.

Bilder: Thiel