Andreaswerk sucht Zeitspenderinnen und -spender

Landkreis - Freiwillig aktiv werden, ohne sich zeitlich fest zu binden: Dieser Wunsch begegnet Sandra Nortmann und Anneke Harland vom Referat Bürgerschaftliches Engagement des Andreaswerks häufiger. „Nicht jede beziehungsweise jeder hat Interesse oder die Möglichkeit, eine langfristige ehrenamtliche Verpflichtung einzugehen, möchte aber vielleicht gerne spontan und flexibel helfen“, erklären die beiden Ansprechpartnerinnen für den Bereich Ehrenamt. Möglich machen soll dies eine neue Zeitspenderkartei, für die sich potentielle Helferinnen und Helfer seit Kurzem registrieren lassen können. 

Nach erfolgreicher Registrierung wird der beziehungsweise die Teilnehmende angeschrieben, wenn Unterstützung für ein Projekt oder eine Aktion benötigt wird. Die kontaktierte Person entscheidet dann selbst und ohne Druck, ob sie die Aufgabe übernehmen möchte. Dabei kann es sich laut Sandra Nortmann und Anneke Harland um einen Fahrdienst handeln, aber ebenso um die Mithilfe bei einer Feier oder einem Ausflug. „Über das Jahr verteilt gibt es immer wieder tolle Angebote, für die wir engagierte Hände suchen – sowohl im Werkstatt- oder Wohnbereich als auch in der Kinder- und Jugendarbeit. Das Ehrenamt im Andreaswerk ist so vielfältig wie die Menschen, die wir begleiten“, betonen sie.

Interessenten können sich online auf der Seite www.freizeit-pate.de für die Zeitspenderkartei registrieren. Fragen hierzu oder zum Ehrenamt im Allgemeinen beantworten Sandra Nortmann oder Anneke Harland unter Telefon 04441 960-151 oder unter der Mail-Adresse .

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Die Registrierung erfolgt bequem online.
Bild: Andreaswerk/Thiel

    

Waldkindergarten geht offiziell an den Start

Visbek - Der Schutzpatron der Jäger und Forstleute stand Namenspate für die neue Einrichtung des Andreaswerkes – dem Waldkindergarten St. Hubertus Visbek. Vor knapp fünf Wochen, am 1. April 2022, fiel der offizielle Startschuss für die Gruppe, die auf einem Gelände im Bereich „Stollen Hütte“ bei Bullmühle untergebracht ist. Zwischen 7:30 bis 13:30 Uhr verbringen hier derzeit sechs Kinder ihren Kindergartenalltag in der freien Natur, erleben diese mit allen Sinnen und lernen hautnah die heimische Flora und Fauna kennen. Als „mobiler Kindergarten“ und Rückzugsort, etwa bei schlechten Witterungsbedingungen, steht ihnen und den zwei Mitarbeitenden vor Ort ein speziell für diesen Zweck hergerichteter Bauwagen zur Verfügung.

Insgesamt können bis zu 15 Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung in dem Waldkindergarten betreut werden, womit aktuell noch einige Plätze frei sind. Weitere Anmeldungen sind möglich. Fragen hierzu sowie allgemein zum Angebot beantwortet gerne die Ableitungsleiterin Sabrina Sperling. Erreichbar ist sie unter Telefon 04445 986720 sowie per E-Mail an .


Weiterführende Information:
Organisatorisch ist der Waldkindergarten St. Hubertus Visbek dem rund zweieinhalb Kilometer entfernten Heilpädagogischen Kindergarten und der Kindertagesstätte St. Franziskus Visbek zugeordnet. 2008 in Räumlichkeiten der Benedikt-Schule eröffnet, zog die Einrichtung 2018 in einen Neubau in der Overbergstraße 13 um. „St. Franziskus“ umfasst derzeit insgesamt knapp 100 Betreuungsplätze in zwei heilpädagogischen Gruppen, zwei Kindergartengruppen, einer Krippengruppe und einer altersübergreifenden Gruppe. Der neue Waldkindergarten ergänzt dieses Angebot und erweitert damit die vielfältigen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf in Visbek.

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Siegfried Böckmann (Geschäftsbereichsleiter Frühförderung und Kindergarten, 3. v. re.), Sabrina Sperling (Abteilungsleiterin Waldkindergarten, li.), die Mitarbeitenden Sarah Geerken (3. v. li.) und Tiak Elberfeld (re.) sowie die Kinder stellten den Vertretern der Gemeinde Visbek Frank Wahls (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, 2. v. re.), Gerd Brengelmann (Leiter des Amtes für Finanzen, Schulen, soziale Dienste und öffentliche Ordnung, Mitte) und Klaus Muhle (Ratsvorsitzender, 2. v. li.) die neue Einrichtung im Rahmen eines Vor-Ort-Termins vor.
Bild: Andreaswerk/Thiel

 

In elf Jahren viel Gutes bewirkt

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Vechta
- Auf den Tag genau elf Jahre lang hat Propst Michael Matschke (li.) als Mitglied des Aufsichtsrates die Geschicke des Andreaswerks mitgelenkt, bei der Wahl Ende 2021 verzichtete er unter anderem aus zeitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur. Gleichzeitig schied er aus dem Kuratorium der Andreas-Stiftung aus. Bei der letzten gemeinsamen Sitzung am 15. März dankte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Aloys Freese (Mi.), dem Propst für dessen langjähriges Engagement. In seine Zeit als Aufsichtsratsmitglied fiel unter anderem der Kauf der Manufaktur, der Neubau des Kindergartens St. Franziskus in Visbek und die Entstehung der Kontakt- und Begegnungsstätte SAM. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde Simone Göhner (re.). Die CDU-Politikerin und Vorsitzende des Vechtaer Stadtrates ist seit 2019 Vereinsmitglied im Andreaswerk.

Erich Kästner-Schule nimmt Anmeldungen entgegen

Landkreis - Ab sofort können Eltern ihre Kinder für das kommende Schuljahr in der Erich Kästner-Schule (EK-S) anmelden. In der staatlich anerkannten Tagesbildungsstätte werden schulpflichtige Kinder und Jugendliche mit einem Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung unterrichtet und gefördert. Die Ganztagseinrichtung hat Standorte in Vechta, Damme und Goldenstedt.

Ansprechpartnerin für Vechta und Goldenstedt ist die Abteilungsleiterin der EK-S Vechta, Nadine Stallmann-Nieland (Telefon: 04441 960-171, Mail: ). Eltern, die sich für die Schule in Damme interessieren, wenden sich an die dortige Abteilungsleiterin Alexandra Zumbrägel (Telefon: 05491 90709-0, Mail:  ). 

Auf neuen Wegen

Diepholz/Vechta - Die Ausbildung zur Fachlageristin ist geschafft, der Arbeitsvertrag in der Tasche: Es läuft rund für Eike Kristin Grave. Dabei hatte es lange danach ausgesehen, als sollte ihr beruflicher Traum unerfüllt bleiben. 2016 musste sie ihre Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik aufgrund einer plötzlich auftretenden Epilepsie abbrechen. Dem ersten Schock folgte die Suche nach einem guten Umgang mit der Erkrankung und, etwas mehr als ein Jahr später, der Eintritt in den Berufsbildungsbereich des Andreaswerks. Doch die nicht abgeschlossene Ausbildung ließ der heute 26-Jährigen keine Ruhe. „Es fühlte sich für mich nicht richtig an, das nicht zu Ende zu bringen. Ich wollte unbedingt eine fertige Berufsausbildung haben“, blickt sie zurück.

„Der Weg aus der Werkstatt raus auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ist ein großer Schritt für unsere Beschäftigten. Eine Ausbildung zu beginnen beziehungsweise fortzusetzen und auch abzuschließen, ist nicht undenkbar, aber es gehört schon einiges dazu“, unterstreicht in diesem Zusammenhang Christian Tschapke vom Fachdienst Qualifizierung und Vermittlung des Andreaswerks. Die erhoffte Chance bot sich der Werkstattbeschäftigten 2019 bei einem mehrmonatigen Praktikum im Materiallager der Bundeswehr in Diepholz. Nachdem sie zuvor bereits erfolgreich einen Lehrgang zur Regalinspekteurin absolviert hatte, kamen der Ausbildungsbeauftragte des Materiallagers, Jens-Uwe von Kroge, sowie Christian Tschapke gemeinsam zu der Überzeugung: „Sie schafft das!“

„Diesen Schritt über eine Ausbildung auf den ersten Arbeitsmarkt waren wir bis dahin noch nicht gegangen. Das war schon etwas Außergewöhnliches. Unser Dank gilt auch der Deutschen Rentenversicherung, die die Begleitung durch das Andreaswerk über die ambulante Nachsorge ermöglicht hat“, macht Christian Tschapke deutlich. Und gibt schmunzelnd zu: „Ich hatte in dieser Zeit durchaus die eine oder andere schlaflose Nacht.“ Denn: Eike Kristin Grave musste für die Ausbildung ihre Erwerbsunfähigkeitsrente aufgeben. Ebenso wie die damit verbundene Garantie, im Falle eines Scheiterns ohne Weiteres in die Werkstatt zurückkehren zu können. „Die Ausbildung zu beobachten, zu reflektieren und Ideen zum Gelingen einzubringen, gehörte ebenso zu meinen Aufgaben wie die Frage im Blick zu behalten, wie wir weitermachen können, wenn es nicht funktioniert“, erklärt der Fachdienstmitarbeiter.

Trotz der Risiken hielt Eike Kristin Grave an ihrem großen Ziel fest. Auch als dieses Ziel wegen eines notwendigen Ausbildungswechsels – von der Fachkraft für Lagerlogistik zur Fachlageristin – und eines nicht bestandenen Prüfungsteils in weitere Ferne rückte. „Die theoretischen Lerninhalte waren mein Hauptproblem. Es ist mir oft schwergefallen, sich das alles zu merken. Deshalb habe ich mir die wichtigsten Punkte immer wieder aufgeschrieben und abends noch einmal durchgelesen“, erzählt die Fachlageristin, die am liebsten „am PC und direkt am Regal“ arbeitet.

Unterstützung bekam sie von der Familie und Freunden, den übrigen Auszubildenden, Kolleginnen und Kollegen im Lager, Christian Tschapke und nicht zuletzt Jens-Uwe von Kroge. Dieser bot ihr Freiräume zum Lernen, half bei der Suche nach einer Unterkunft und dem Wechsel der Ausbildung. „Sie hat den Schritt aus dem Andreaswerk raus gewagt und die Ausbildung eigenständig durchgezogen. Davor kann man nur den Hut ziehen“, zeigt sich der Ausbildungsbeauftragte auch heute noch von dem Ehrgeiz und der Zielstrebigkeit seiner ehemaligen Auszubildenden beeindruckt. Umso wichtiger ist es ihm klarzustellen: „Ihr wurde nichts geschenkt. Weder die Ausbildung und die Ende 2021 bestandene Prüfung noch die anschließende Festanstellung. Wäre keine Stelle frei gewesen und hätten sich nicht alle Verantwortlichen für sie ausgesprochen, würden wir jetzt nicht hier zusammensitzen.“

Wie Jens-Uwe von Kroge zieht auch Christian Tschapke ein positives Fazit aus den vergangenen Monaten, betont aber zugleich: „Trotz der günstigen Voraussetzungen, die Eike Kristin Grave mitgebracht hat, war es kein Selbstläufer.“ Entsprechend dankbar war und ist er für das Entgegenkommen von Hauptmann Gerd Petersen, Leiter des Materiallagers Diepholz, der den Ausbilder bei der Ausbildung von Eike Kristin Grave in der Bundeswehr mit unterstützte. Und dafür, dass er den Prozess mit dem Fachdienst Qualifizierung und Vermittlung eng begleiten konnte. Er hofft nun, dass die Erfolgsgeschichte auch anderen Beschäftigten Mut macht. „Wir vom Fachdienst schauen dann gerne gemeinsam mit dem oder der Beschäftigten, ob und wie der Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt realisiert werden kann“, erläutert der Ansprechpartner.

Eike Kristin Grave selbst hat inzwischen bereits ein neues Ziel im Blick: Sie möchte gerne ihren Führerschein machen. Dass sie auch das schaffen wird – daran besteht für Jens-Uwe von Kroge und Christian Tschapke kein Zweifel.

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Eike Kristin Grave (Mitte) freut sich gemeinsam mit Jens-Uwe von Kroge (li.), Ausbildungsbeauftragter im Bundeswehr Depot West Materiallager Diepholz, und Christian Tschapke vom Andreaswerk über die bestandene Prüfung und ihre neue Stelle im Materiallager.
Bild: Andreaswerk/Thiel