Wohnen: Seminar für Angehörige und rechtliche Betreuer

Vechta - „Wie kann mein erwachsenes Kind auch mit einer Behinderung selbstbestimmt und sozial eingebunden wohnen?“ Um diese Frage geht es am 29. April (Mittwoch) im Rahmen eines Seminars speziell für Angehörige und rechtliche Betreuer von Menschen mit Beeinträchtigungen. Das Seminar findet in der Kirche am Campus, Feldmannskamp 1, in Vechta statt und dauert von 10:00 bis zirka 17:00 Uhr. Veranstalter ist die Landesarbeitsgemeinschaft der Angehörigenvertretungen in Caritaseinrichtungen der Behindertenhilfe in Niedersachsen (LACB).

Nach einer Vorstellung „Innovativer Wohnmodelle“ am Vormittag wird nach der Mittagspause das Seminarthema durch Workshops weiter vertieft. Zur Auswahl stehen:

• Das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft
• Gründung einer Wohngemeinschaft – Wie gehen wir vor?
• Organisations- und Finanzierungsmöglichkeiten?
• Gemeinschaftliche Wohnformen mit dem persönlichen Budget finanzieren
• … auch für Menschen mit Schwerbehinderung
• Die Rolle der Angehörigen
• Wohnbedürfnisse und Einbeziehung der zukünftigen Bewohner

Die Teilnehmer werden gebeten, bereits bei der Anmeldung die drei für sie interessantesten Workshops anzugeben. Anmeldungen sind möglich bis zum 03.04.2020 bei Frau Nagis unter Telefon 0541/34978-141 oder per Mail an . Die Kosten betragen 20 Euro pro Person, gezahlt wird direkt vor Ort. Der Veranstalter weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Teilnehmerzahl auf 20 Personen begrenzt ist.

Bei Fragen können sich Interessierte an Herrn Böhme wenden unter der E-Mail-Adresse .
Andreaswerk hat in der „Großen Straße 43“ viel vor

Vechta - Die Pläne liegen vor, Mitte April können die Umbauarbeiten beginnen: Im und am vom Andreaswerk erworbenen Gebäude „Große Straße 43“ in Vechta stehen in den kommenden Monaten einige Veränderungen an. So soll unter anderem durch einen Durchbruch im Erdgeschoss der Cafébereich der benachbarten Manufaktur erweitert sowie im Obergeschoss ein neues Angebot für Senioren mit Beeinträchtigungen eingerichtet werden. Über diese und weitere Details informierten jetzt Hermann-Josef Heitkamp, kaufmännischer Leiter des Andreaswerkes, Markus Ideler, Fachbereichsleiter Werkstatt, Guido Moormann, Fachbereichsleiter Wohnen und Assistenz, sowie Architekt Ewald Wehry bei einem Gespräch vor Ort.

Das Andreaswerk nutzt bereits seit Längerem einen großen Teil der Räumlichkeiten in dem Haus mit der Nummer 43. Daher habe es nahe gelegen, das Gebäude zu übernehmen, als sich 2019 die Möglichkeit dazu bot, erläuterte Hermann-Josef Heitkamp. „Mehrere 100.000 Euro“ will der Verein dem kaufmännischen Leiter zufolge nun in das Projekt investieren, in dessen Verlauf auch ein neuer Fahrstuhl sowie eine Rampe für Rollstuhlfahrer auf der Rückseite gebaut werden sollen.

Insbesondere für den Fachbereich Werkstatt sind die geplanten Arbeiten dabei eine wichtige Voraussetzung, um das eigene Angebot am Standort weiterzuentwickeln und für die Zukunft aufstellen zu können. Im Zuge der bevorstehenden Maßnahme kommen demnach voraussichtlich 40 Sitzplätze für die Manufaktur hinzu. „Die Nachfrage nach dem Mittagstisch und dem Cafébetrieb wächst“, betonte Markus Ideler in diesem Zusammenhang. Um den damit gestiegenen An- und Herausforderungen gerecht zu werden, müssten neben der Fläche des Cafés aber auch der Küchen- sowie der Sanitärbereich dringend vergrößert werden. „Durch den Umbau können wir die Abläufe in der Küche und der Speisenzubereitung verbessern und zugleich neue Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen schaffen“, zählte der Fachbereichsleiter die Vorteile für das Team der Manufaktur auf.

Verbesserte Arbeitsbedingungen verspricht sich Markus Ideler darüber hinaus für die Bilderrahmung. Derzeit noch im ersten Obergeschoss der Manufaktur untergebracht, ist diese in Zukunft im Erdgeschoss des Nachbargebäudes zu finden. Die dadurch frei werdende, insgesamt gut 120 qm große Fläche in der Großen Straße 41 übernimmt der Fachbereich Wohnen und Assistenz. Entstehen sollen hier - ergänzend zu den bereits in der Großen Straße existierenden Wohngruppen und Appartements - zwei barrierefreie Wohnungen, die an Menschen mit Beeinträchtigungen vermietet werden können.

Ein neues Angebot richtet der Fachbereich parallel auf über 200 qm in der Großen Straße 43 ein: eine Seniorentagesstätte mit zehn Plätzen. Ansprechen wollen Fachbereichsleiter Guido Moormann und seine Mitarbeiter damit in erster Linie diejenigen Senioren mit Beeinträchtigungen, die von der Ambulanten Wohnassistenz des Andreaswerkes betreut werden. „Der Anteil an Menschen mit Beeinträchtigungen, die in einer eigenen Wohnung leben und ambulant unterstützt werden, nimmt kontinuierlich zu. Das gilt natürlich auch für die ältere Generation“, erklärte er. Entsprechend hoch schätzt Guido Moormann den Bedarf an einer Tagesstruktur in Vechta ein, in deren Rahmen die Senioren einen „sinnvoll gestalteten, strukturierten Tagesablauf erleben, der sich an ihren Bedürfnissen und Interessen orientiert“. Den Standort in der Großen Straße bezeichnete er dabei als ideal für ein solches Angebot. „Die Nähe zum Bahnhof sowie zu den Geschäften und den Cafés der Innenstadt eröffnen uns im Bereich der Freizeitgestaltung enorme Möglichkeiten.“

Gut ein Jahr werden die Arbeiten laut Ewald Wehry vom gleichnamigen Architekturbüro in Bakum dauern. Nicht von den Veränderungen betroffen, ist die ebenfalls in dem Haus ansässige Praxis für Kinder- und Jugendmedizin. Sie bleibe vor Ort bestehen, berichteten er und Hermann-Josef Heitkamp.

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V.l.n.r.: Markus Ideler (Fachbereichsleiter Werkstatt), Ewald Wehry (Architekt), Hermann-Josef Heitkamp (kaufmännischer Leiter) und Guido Moormann (Fachbereichsleiter Wohnen und Assistenz) stellten die Planungen vor.
Bild: Thiel

LzO-Mitarbeiter spenden 3.000 Euro

Vechta - Große Freude bei den Verantwortlichen des Andreaswerks e.V. in Vechta. Laura Drees, Mitarbeiterin der LzO und Mitglied des sogenannten Juniorenkreises, sowie Christof Pekeler von der LzO übergaben einen Spendenscheck in Höhe von 3.000 Euro.

Damit setzt die LzO eine gute Tradition fort. Bereits seit 2010 unterstützen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LzO mit ihrem Spendenaufkommen wichtige soziale Projekte im Geschäftsgebiet der Sparkasse. Im Rahmen von diversen vorweihnachtlichen Aktionen, die durch den Junioren- und den Potenzialkreis der LzO organisiert wurden, konnte somit ein Betrag von 12.000 Euro eingesammelt werden. Dieser kommt nun verschiedenen sozialen Einrichtungen zugute. Neben dem Andreaswerk e.V. in Vechta erhalten der Nordenhamer Tafel e.V., der Förderverein der Grundschule Zetel/Bohlenberge e.V., der Förderverein der Verlässlichen Grundschule Schortens e.V. sowie die NWZ-Weihnachtsaktion eine Unterstützung.

„Wir freuen uns sehr, dass wir auch in diesem Jahr einen namhaften Betrag als Spendensumme übergeben dürfen“, so Drees bei der Übergabe. Pekeler ergänzte: „Die Kolleginnen und Kollegen unterstützen die Arbeit des Andreaswerks e.V. sehr gerne und wissen, dass hier und in vielen anderen sozialen Einrichtungen der Region hervorragende Arbeit geleistet wird.“

Die Verantwortlichen des Andreaswerks e.V. dankten Drees und Pekeler sowie allen LzO-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeitern für die Spende. Dank der Unterstützung konnte der zum 50-jährigen Jubiläum des Vereins gegründete Projektchor unter der Leitung von Bärbel Alves mit T-Shirts ausgestattet werden. Mit der verbleibenden Summe möchten die Spendenempfänger nun zeitnah weitere T-Shirts erwerben. Zum Einsatz sollen diese dann insbesondere bei den anstehenden Festumzügen in der Region kommen, an denen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen aus dem Andreaswerk anlässlich des laufenden Jubiläumsjahres teilnehmen.

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Vertreter der LzO und des Andreaswerkes bei der Übergabe des symbolischen Schecks.
Foto: Thiel/Andreaswerk


Text: LzO

Zertifikat hat hohe Aussagekraft

Vechta – Zwei Jahre durchlaufen Berufsanfänger mit Beeinträchtigungen im Andreaswerk den Berufsbildungsbereich, in dessen Rahmen sie auf das Arbeitsleben vorbereitet und für ihre künftigen Aufgaben qualifiziert werden. Die Möglichkeit, einen Nachweis über die erlernten Fähigkeiten zu erwerben, gab es jedoch bis vor wenigen Jahren nicht. „Wir wollten erreichen, dass die Teilnehmer nach dieser Zeit auch etwas in den Händen halten“, so Markus Ideler, Fachbereichsleiter Werkstatt im Andreaswerk. Die Lösung: Eine Akkreditierung der Bereiche Hauswirtschaft und Gartenbau durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), die vor knapp vier Jahren den Weg für überregional anerkannte Erfolgskontrollen zur Hilfskraft frei machte. Nach den ersten Kontrollen dieser Art im Herbst 2019 konnten nun sieben erfolgreiche Teilnehmer ihre Zertifikate aus den Händen von LWK-Mitarbeiterin Simone Heckmann und Markus Ideler entgegennehmen.

Der Antrag des Andreaswerkes und sieben weiterer Werkstattträger auf Akkreditierung sei seinerzeit etwas ganz Neues gewesen, erinnerte sich Simone Heckmann, Beraterin für Berufsbildung und Inklusion, an die Anfänge. Entsprechend umfassend war die Vorarbeit: Über ein Jahr hatte die Entwicklung des Konzeptes durch Mitarbeiter der LWK und der Werkstätten in Anspruch genommen. Ein Prozess, den Simone Heckmann im Rahmen der jetzigen Feierstunde in Vechta als spannend, aber nicht ohne Herausforderungen beschrieb. „Wir durften ja nicht nur regional schauen“, betonte sie in diesem Zusammenhang. Erst durch niedersachsenweit einheitliche Erfolgskontrollen sei garantiert, dass das Zertifikat auch eine hohe Aussagekraft habe. „Ihr Zertifikat“, machte Simone Heckmann gegenüber den frisch gebackenen Hilfskräften deutlich, „ist nicht einfach nur ein Zettel, hinter dem kein Inhalt steht. Sie können es mit Stolz in Empfang nehmen.“

Auch Markus Ideler unterstrich in seinen Worten die Bedeutung des Zertifikats – insbesondere in Hinblick auf den ersten Arbeitsmarkt. Für einen potentiellen Arbeitgeber könne ein solcher Nachweis der erworbenen Fertigkeiten und vorhandenen Stärken eine wichtige Entscheidungshilfe sein, erklärte der Fachbereichsleiter. Zugleich ermunterte er die Zertifikatsträger dazu, am Ball zu bleiben: „Machen Sie weiter in Ihrer beruflichen Entwicklung. Wir sind da, um Sie dabei zu unterstützen.“ Simone Heckmann als Vertreterin der LWK dankte er für ihre Teilnahme an der Zertifikatsübergabe. Es zeige, sagte Ideler, dass die LWK das Engagement der Werkstatt für die berufliche Bildung von Menschen mit Beeinträchtigungen wertschätze.

Die neuen Hilfskräfte in der Hauswirtschaft und Hilfskräfte im Gartenbau sind: Julien Henke, Alexander Kaiser, Ann-Kathrin Neugebauer, Heike Stöver, Maximilian Schlüter, Heidi Ratermann sowie Jonas Brinkschröder, der über das Budget für Arbeit bereits auf dem ersten Arbeitsmarkt unterwegs ist.  Schon im vergangenen Jahr hatte der erste erfolgreich geprüfte Handwerksgehilfe im Bereich Metall sein Zertifikat erhalten. Die Akkreditierung dieses Bereiches sowie des Bereiches Holz erfolgte durch die Handwerkskammer Oldenburg.


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Sieben erfolgreiche Teilnehmer konnten jetzt ihre Zertifikate aus den Händen von Simone Heckmann (hinten, 2. von links) von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entgegennehmen.
Foto: Melanie Thiel de Gafenco

Begegnungsstätte Treff|B steht allen offen

Lohne – Jeden zweiten Montag wird gehäkelt, dienstags treffen sich die Teilnehmer zu Kaffee und Gesprächen und in regelmäßigen Abständen steht ein Kochabend auf dem Programm. In der neuen Begegnungsstätte Treff|B des Andreaswerkes in Lohne sind die ersten Angebote längst angelaufen. Nach weiteren Ideen ist Ulrich kleine Stüve, Abteilungsleiter Offene Dienste und Ambulante Wohnassistenz für Menschen mit seelischer Beeinträchtigung, derzeit auf der Suche. „Wir wollen das Projekt nun möglichst rasch aus den Kinderschuhen herausholen und weiterentwickeln“, erläuterte er jetzt bei einem Besuch von Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer sowie dem Leiter des Amtes für Familie und Soziales, Sebastian Wolke.  

Auch wenn die Begegnungsstätte grundsätzlichen allen offensteht, so sollen sich doch insbesondere Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung hier untereinander austauschen, Kontakte knüpfen und Gruppenangebote wahrnehmen können. Gleichzeitig besteht für sie die Möglichkeit, sich mit Fragen und Problemen an die ebenfalls in den Räumen untergebrachten Mitarbeiter der Ambulanten Wohnassistenz für Menschen mit seelischer Beeinträchtigung zu wenden. Den Standort in der Deichstraße sieht  Ulrich kleine Stüve hierfür als ideal an: „Durch die Nähe zum Bahnhof und zur Innenstadt sind wir für die Teilnehmer und Klienten gut erreichbar, sitzen aber nicht wie auf dem Präsentierteller.“

Vorteile, die auch dem benachbarten Werk|A zugutekommen. Im April 2019 gestartet, richtet sich das niedrigschwellige Beschäftigungsangebot des Andreaswerkes ebenfalls an Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung. Entsprechend eng ist die Zusammenarbeit zwischen den beiden parallel entstandenen Projekten der Fachbereiche Wohnen und Assistenz sowie Werkstatt des Andreaswerkes. „Gemeinsam mit dem Fachbereich Werkstatt etwas auf die Beine zu stellen, war uns sehr wichtig“, machte kleine Stüve deutlich. Dazu gehört nicht zuletzt, dass die Klienten aus dem Werk|A die mit einer Küche, verschiedenen Sitzmöglichkeiten und einem Kickertisch ausgestatten Räume des Treff|B dank einer Verbindungstür gut erreichen und mitnutzen können.

Bürgermeister Gerdesmeyer, der sich bei seinem Rundgang auch Zeit für ein Gespräch mit den anwesenden Klienten und Mitarbeitern nahm, wünschte den beiden Projekten viel Erfolg für die Zukunft. Man merke, dass hier Wert auf einen ganzheitlichen Ansatz gelegt worden sei, so das Stadtoberhaupt. Zugleich freue er sich, dass das Andreaswerk mit der Schaffung der niedrigschwelligen Angebote in Lohne ein weiteres Zeichen für den Standort gesetzt habe.

„Das Andreaswerk hat mit seinen Wohneinrichtungen und Werkstätten eine lange Tradition in Lohne. Wir fühlen uns hier sehr zu Hause“, bekräftigte in diesem Zusammenhang Matthias Warnking, Geschäftsführer Andreaswerk. Dabei hob er unter anderem die günstige Lage innerhalb des Landkreises und die gute Anbindung an Bus und Bahn hervor. Dies erleichtere es Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen sowohl aus dem Nord- wie dem Südkreis, die hiesigen Angebote des Andreaswerkes wahrzunehmen, so der Geschäftsführer.

Damit künftig möglichst viele von ihnen auch im Treff|B vorbeischauen, möchte Ulrich kleine Stüve dessen Programm nun weiter ausbauen und „breit gestalten“. Dafür sucht er derzeit noch Bürger, die sich gerne ehrenamtlich engagieren und mit einem regelmäßigen Angebot einbringen wollen. Denkbar ist für ihn außerdem, dass Gruppen und Vereine die Räumlichkeiten des Treff|B für eigene Veranstaltungen nutzen.

Erreichbar sind die Mitarbeiter des Treff|B unter Telefon 04442 7022623, Ulrich kleine Stüve unter Telefon 04441 960-242. Die Bürozeiten sind montags bis freitags von 10:00 bis 12:00 Uhr sowie zusätzlich montags bis donnerstags von 14:00 bis 16:00 Uhr.

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Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer (3. v. li.) und Amtsleiter Sebastian Wolke (li.) ließen sich von Geschäftsführer Matthias Warnking (2. v. li.) sowie von (v. re.) Ulrich kleine Stüve, Rainer Kalkhoff (Projektleiter Werk|A) und Michael Mähs (Ansprechpartner Werk|A) durch die Räumlichkeiten an der Deichstraße führen.

Bild: Thiel/Andreaswerk